Mythos: „Ein Batteriespeicher ist immer sinnvoll.“ Fakt: Ob er sich lohnt, hängt von Verbrauchsprofil, PV-Ertrag, Tarifen und Förderbedingungen ab. Checkliste Was/Warum/Wie: Was ist Ihr Ziel (Autarkie, Eigenverbrauch, Backup)? Warum passt es zu Ihrem Haushalt (Tageslast, E-Auto, Wärmepumpe)? Wie messen Sie es (Lastgang aus Smart Meter/Abrechnung, realistische Ertragsdaten, Angebotsvergleich)?

Mythos: „Größer ist automatisch besser beim Speicher.“ Fakt: Ein überdimensionierter Speicher bleibt oft unterausgelastet und kann die Wirtschaftlichkeit verschlechtern. Was: passende Kapazität und Leistung (kWh/kW) definieren. Warum: Viele Haushalte profitieren von einer Größe, die Abend- und Nachtverbrauch abdeckt, ohne dauerhaft voll zu sein. Wie: 12 Monate Verbrauch prüfen, typische Abendspitzen notieren und mit Simulationen aus Angeboten abgleichen.

Mythos: „Solarstrom für Warmwasser lohnt nur im Sommer.“ Fakt: Mit intelligenter Regelung kann Warmwasser über das Jahr anteilig mit PV unterstützt werden. Was: Option PV-Überschuss für Boiler, Wärmepumpen- oder Heizstab-Lösung prüfen. Warum: Warmwasser ist ein kontinuierlicher Bedarf und kann Überschüsse tagsüber aufnehmen. Wie: Temperaturgrenzen, Legionellenprogramm und Netzbezug klar einstellen lassen und den Eigenverbrauch im Portal kontrollieren.

Mythos: „Eine Solaranlage fürs Einfamilienhaus ist schnell geplant.“ Fakt: Dachzustand, Statik, Ausrichtung, Verschattung und Netzanschluss entscheiden über Ertrag und Aufwand. Was: technische Machbarkeit und Zielgröße der Anlage festlegen. Warum: Gute Planung verhindert Nachträge, Ertragsenttäuschungen und unnötige Baustopps. Wie: Verschattungsanalyse, Dachcheck (Ziegel, Unterkonstruktion), Zählerschrank-Status und Angebot mit Komponentenliste einholen.

Mythos: „Energetische Sanierung beginnt mit dem teuersten Bauteil.“ Fakt: Reihenfolge und Schnittstellen sind entscheidend, damit Maßnahmen zusammenpassen. Was: Sanierungsfahrplan erstellen (Gebäudehülle, Lüftung, Heizung, Fenster). Warum: Falsche Reihenfolge kann Feuchteprobleme fördern oder Effekte einzelner Maßnahmen schmälern. Wie: Energieberatung nutzen, Maßnahmen in Etappen planen, Förder- und Genehmigungsfragen vor Beauftragung klären.

Mythos: „Schimmel ist immer ein reines Lüftungsproblem.“ Fakt: Oft wirken Wärmebrücken, undichte Bauteile oder Feuchtequellen mit. Was: Ursache statt nur Symptome angehen. Warum: Ohne Ursachenanalyse kommt der Schimmel nach kosmetischer Behandlung häufig zurück. Wie: Feuchte messen, typische Stellen (Außenwände, Ecken, Fensterlaibungen) prüfen, Möbelabstand sichern und bei Verdacht Fachleute für Bauphysik hinzuziehen.

Mythos: „Fenster abdichten gegen Zugluft reicht mit etwas Dichtband.“ Fakt: Nicht jede Undichtigkeit sitzt am Flügel, und zu dicht ohne Lüftungskonzept kann die Feuchtebilanz verschlechtern. Was: Art der Undichtigkeit bestimmen (Dichtung, Beschlag, Anschlussfuge). Warum: Korrekte Abdichtung spart Komfortverlust, ohne Raumklima zu verschlechtern. Wie: Papierstreifen-Test am Rahmen, Sichtprüfung der Dichtungen, Einstellung der Beschläge und ggf. Anschlussfuge fachgerecht erneuern lassen.

Mythos: „Barrierefreies Bad modernisieren ist nur für Pflegefälle.“ Fakt: Komfort, Sicherheit und Zukunftstauglichkeit profitieren viele Haushalte schon früh. Was: Barrieren identifizieren (Einstieg, Bewegungsflächen, rutschige Zonen). Warum: Weniger Sturzrisiko und bessere Nutzbarkeit bei temporären Einschränkungen oder im Alter. Wie: Bodengleiche Dusche, Haltegriffe mit tragfähiger Befestigung, rutschhemmende Beläge und gut erreichbare Armaturen planen.

Mythos: „Mietrechtliche Fragen klären sich am besten informell.“ Fakt: Bei Mängeln, Schimmel oder Modernisierung sind Fristen, Belege und korrekte Formulierungen wichtig. Was: Sachverhalt dokumentieren und Rechte/Pflichten kennen. Warum: Eine saubere Dokumentation erleichtert eine faire Lösung und reduziert Eskalationsrisiken. Wie: Protokoll mit Fotos, Messwerten und Terminen führen, schriftlich kommunizieren und bei Bedarf rechtliche Beratung im Mietrecht nutzen.